Liesing im Wien-Lexikon

Der heutige 23. Wiener Gemeindebezirk mit seinen ca. 90.000 Einwohnern, heißt Liesing und verfügt über eine Fläche von etwa 32 km². Er wurde bereits im Jahre 1938, als 25. Wiener Gemeindebezirk gegründet. Liesing hat nur einen kleinen Anteil von 7,7 % an der Gesamtfläche Wiens. Liesing umschließt den Liesingbach mit seinen Ufern und zwar vom Wienerwald aus bis zum Wiener Becken. Liesing wurde damals aus acht unabhängigen Gemeinden gegründet.

Nach dem sich Österreich an das Deutsche Reich anschloss, trat am 15. Oktober 1938 ein neues Gesetz über Gebietsveränderungen in Kraft. Infolgedessen wurde „Groß-Wien“ geboren, dem natürlich auch der neue 25. Wiener Gemeindebezirk angehörte.



Das Bezirksgebiet bestand aus den späteren 23. Gemeindebezirks und den damals unabhängigen Gemeinden wie Hadersdorf-Weidlingen, Laab im Walde, Breitenfurt bei Wien, Kaltenleutgeben, Vösendorf, Purkersdorf, Perchtoldsdorf und natürlich Liesing. Liesing war früher der einzige Vorort mit Stadtrecht und hatte auch noch einen Gerichtsbezirk vorzuweisen.

Im Jahre 1934 lebten im 25. Bezirk auch noch einige Juden, die den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge waren. Nachdem sie von den Nationalsozialisten umgebracht wurden, wurden nach dem Krieg sogar Straßenzüge nach ihnen benannt, dazu gehörte unter anderem der Kaufmann und Gönner Samuel Amster sowie die Ärzte Karl Neumann und Wilhelm Drill. Und die Synagoge in Atzgersdorf, wurde durch den Brand in der Reichskristallnacht total zerstört. Die Rote Armee marschierte dann im April 1945 in Liesing ein, löste den 25. Bezirk wieder auf, und erklärte sie wieder zu unabhängigen Gemeinden. Wieder zu Niederösterreich gehörend, wurde das einstmalige Bezirksgebiet sowjetische Besatzungszone.

Dieses traf auch per Gesetz, nach dem Einspruch der Besatzungsmächte im Jahre 1954 in Kraft. Das war der Grundstein zur Gründung des 23. Wiener Gemeindebezirks, Liesing.


Hauptseite | Impressum